SIM AG, Zürich

Auszug aus dem Jahrbuch 2009 (Roman Hollenstein):

«Als Wilhelm Fischer 1929 in Zürich sein eigenes Architekturbüro eröffnete, ahnte er wohl kaum, dass er damit zum Begründer der heute neben Burckhardt Partner in Basel und Itten & Brechbühl in Bern ältesten Architekturfirma der Schweiz werden würde. Zu bescheiden war sein Erstlingswerk, das heute noch weitgehend in seiner Urform erhaltene Fabrik- und Wohngebäude der SIM AG am Letzigraben 120, das eine pragmatische Antwort auf die damalige Modernediskussion darstellte.

Wilhelm Fischer verstand sich ganz offensichtlich nicht als Avantgardist. Für ihn fanden die intellektuellen Debatten und Streitereien weit weg statt. Er erkannte aber durchaus die praktischen Anwendungsmöglichkeiten des neuen Bauens. So wusste er bei der kleinen, sechsachsigen Fabrikhalle der SIM AG moderne Elemente wie das Flachdach, die schmucklose Putzfassade und das grosse, mit Stahlsprossen unterteilte Fenster zu nutzen. Das zugehörige Doppelwohnhaus hingegen formulierte er – ganz ähnlich wie er es im Büro Rittmeyer & Furrer gesehen hatte – als einfaches Gebäude, dessen hochrechteckige Treppenhausfenster zaghaft auf die Moderne verweisen, während die Dekorationen des Türrahmens und der Fenstergitter an das Art déco und das flache Walmdach, der schmale Dachvorsprung und die Klappläden aber an purifizierte traditionelle Wohnhäuser erinnern.»

Addresse
Letzigraben 120, 8047 Zürich, Schweiz
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Bauherrschaft
SIM AG
Aufgabe Neubau Fabrikhalle und Doppelwohnhaus
Auftragsart Machbarkeitsstudie/Direktauftrag
Leistungen Projektierung, Ausschreibungsplanung, Ausführungsplanung, Bauleitung
Bearbeitungszeit 1929